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5. PAN Fachtag online mit gut 60 Teilnehmenden

Unter Coronabedingungen trafen sich am 7. November Fachkräfte aus den Bereichen Medizin, Pflege, Hospiz und Beratung online zu spannenden Vorträgen und Online-Chat. Der Fachtag wurde bereits zum 5. Mal vom ambulanten Palliativnetz im Mühlenkreis ausgerichtet, in diesem Jahr in Kooperation mit dem DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke.

Die Würde der Menschen mit Demenz zu wahren, gerade und insbesondere auch unter Coronabedingungen, ist den Veranstaltern ein besonderer Ansporn. 

 „Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen hatten wir die Option zu kapitulieren und den jährlichen Fachtag abzusagen, oder die Herausforderung anzunehmen und ein völlig neues Veranstaltungsformat anzubieten. Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden“, so Daniela Möller-Peck, Koordinatorin des ambulanten Palliativnetzes PAN.

Horst-Dieter Tiemann, Dr. Christian Adam und Hartmut Emme von der Ahe vom DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke freuen sich u.a. auf den fachlichen Impuls zur Weißen Trauer. „Pflegende Angehörige fühlen sich oft schon zu Lebzeiten wie „Quasi-Hinterbliebene“, weil Menschen mit Demenz wegdriften in ihre Welten und auch von ihrer Umwelt abgeschrieben werden“, geben die Demenz-Experten zu bedenken. Der Vortrag von Dr. Ursula Becker aus Bonn gab wichtige Hinweise geben, wie die Helfer mit der demenzbedingten Uneindeutigkeit und Entrücktheit würdewahrend umgehen können.

Dr. Christoph Gerhard stellte als Palliativmediziner, Medizinethiker und Neurologe die Bedeutung einer ressourcenorientierten Haltung und den wertschätzendem Dialog für eine Begleitung von Demenzpatienten in den Mittelpunkt.
Mit ihrem praktischen Blickwinkel als ehemalige Krankenschwester stellte Nele Röttger von der Philosophischen Fakultät der Universität Bielefeld die Frage, ob dementielle Erkrankungen eine Bedrohung der Würde sind . In KLeingruppen kamen die Teilnehmenden darüber in den direkten Austausch. 

Diese Veranstaltungsform bietet auch viele Chancen. Der Fachtag ist jährlich eine wichtige Plattform der Information, der Wertschätzung für die geleistete Arbeit und des informellen Austausches. All das war auch online möglich: es nicht gab nicht nur Vorträge sondern auch aktive Beteiligungsmöglichkeiten der Anwesenden, wie z.B. Umfragen und Kleingruppen, etc..

Bei den Teilnehmenden gab es nur wenige technsiche Probleme. Für die Behebung standen im Vorfeld und auch während des Fachtages servicekräfte im Hintergrund zur Verfügung. Eine halbe Stunde vor dem Beginn gab es eine Einführung in die Funktionalitäten der Plattform, so dass es jedem auch ohne Vorkenntnisse möglich war, vom heimischen PC, Tablet oder Smartphone teilzunehmen. 

 

Für das ambulante Palliativnetz und das DemenzNetz ist dieses Veranstaltungsformat eine neue Herausforderung mit der auch Erfahrungen für die Zukunft gesammelt werden sollen.
Auch wenn die Welt Kopf steht, darf für die Versorgung der Palliativpatienten die Zeit nicht stehen bleiben. Es müssen angepasste Formen der Versorgung und auch des Austausches gefunden werden, um auch weiterhin eine gute Begleitung am Lebensende zu ermöglichen.